Als Interessenvertretung konfessionsfreier Menschen begrüßt der NRW-Freidenker-Landesverband die antimilitaristischen Signale des 23. DGB-Bundeskongresses. Sie knüpfen an gewerkschaftliche Traditionen von „Nie wieder Krieg!“ an und setzen wichtige Gegenakzente zur aktuellen Aufrüstungs- und Militarisierungsdebatte.
Unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig“ lehnt der DGB-Bundeskongress in Anerkennung veränderter geopolitischer Realitäten eine einseitig militärische „Kriegstüchtigkeit“ ab und plädiert für Diplomatie und eine multilaterale Völkerrechtsordnung. Aus Freidenker-Sicht ist dies ein positives Signal, wie es gegen den Militarismus zurzeit erforderlich ist. Allerdings vermissen NRW-Freidenker eine schärfere Kritik an den Kriegstreibern.
Der DGB bekennt sich mit seinem Beschluss „Nein zur Wehrpflicht“ klar antimilitaristisch, lehnt Wehrpflicht, Zivildienst und andere Pflichtdienste ab, warnt vor Normalisierung von Krieg und fordert Selbstbestimmung junger Menschen. Die Ablehnung militärischer Werbung an Schulen und die Priorisierung beruflicher Bildung statt Rekrutierung entsprechen humanistischen Prinzipien individueller Freiheit. Freidenker unterstützen dies nachdrücklich. Pflichtdienste instrumentalisieren Jugendliche und widersprechen weltanschaulicher Selbstbestimmung. Eine reine Verteidigungsarmee ja – aber keine Militarisierung der Gesellschaft.
Die bereits im Januar verabschiedete Resolution „Nein zur Kriegswirtschaft“ des IG Metall-Vertrauenskörpers von Ford Köln war ein wichtiger Impulsgeber an den DGB-Kongress: Sie kritisiert die Umstellung von Werken auf Rüstungsproduktion, die Ausnutzung von Existenzängsten, drohende Zwangsverpflichtungen und Streikrechtsbeschränkungen im „Kriegsfall“. Der Ruf „Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege!“ ist klar und mutig. Diese Position ergänzt die DGB-Beschlüsse hervorragend, indem sie betriebliche Konsequenzen und Profitorientierung der Rüstungsindustrie benennt. Sie erinnert an historische gewerkschaftliche und freidenkerische Kämpfe gegen Militarismus.
Die beim DGB-Bundeskongress angenommenen Anträge stärken friedenspolitische Stimmen im DGB und verdienen breite Unterstützung. Sie setzen Zeichen gegen Aufrüstungshysterie. Frieden braucht Aufklärung, rationale Konfliktlösung und Überwindung von Spaltungen in der Friedensbewegung. Freidenker bieten sich an als Bündnispartner für eine humane, aufgeklärte und friedensfähige Gesellschaft.